Im Jahre 1897 wurde in Bingen das Rheinische Technikum gegründet, der Vorläufer der heutigen Fachhochschule. Das Gebäude steht übrigens heute noch und ist so manch einem als FH Altbau bekannt.
Zur damaligen Zeit gab es etwa 200 Studenten in der Stadt Bingen. Auch zahlreiche Korporationen kamen von anderen Städten, um sich in Bingen nieder zu lassen. In diesen Zeiten war der Eintritt in eine Verbindung beinahe obligatorisch und es gab eine Unzahl verschiedener Gruppierungen, so zum Beispiel Niederländische Studentenverbindungen und Ähnliches.
So war die Situation für eine Neugründung nicht gerade rosig zu nennen. Doch die beiden Freunde Allmendinger und Schury spielten dennoch mit dieser Idee und bekamen im Wintersemester 189 Zuspruch durch die späteren Mitbegründer: Graf, Dietze, Schwab, Stein und Beck. Am 18 Dezember 1898 traf man sich in Bingen Kempten zu einer konstituierenden Sitzung, auf der der Beschluß einen eigenen studentischen Verein zu gründen fiel.
Eines der Ziele sollte die Pflege, der damals hoch angesehenen Kunst der Stenographie sein. Der Stellenwert, der dieser Fertigkeit zuerkannt wurde, läßt sich noch heute am Namen unserer Schweizer Freundschaftsverbindung "Stenographia" ermessen. Am 12. Januar war es dann endlich so weit und an das Direktorium des Technikums wurde die Bitte um Genehmigung für die Gründung einer Verbindung gestellt. Als Name für en neuen Bund wurde TStV Concordia gewählt. Noch am selben Abend konnte die Gründungsfeier im Restaurant zum Schwanen in Kempten gehalten werden.

 Von den anderen alteingesessenen Verbindungen wurde den Gründern meist Verachtung entgegengebracht, da diese fast alle Erstsemester waren, denen man die Leitung einer neuen Korporation nicht zutraute. In den ersten zehn Jahren unseres Bestehens wurde dann mit den ersten Absolventen ein AH Verband gegründet. Auch von inneren Spannungen war die neue Verbindung noch lange nicht frei.
Während des Krieges lag das Verbindungsleben im Argen, da naturgemäß viele Studenten einberufen wurden und viele aus den schrecklichen Grabenschlachten nicht mehr heimkehrten. In den zwanziger Jahren kam es dann zu einem Aufschwung und viele neue Mitglieder konnten in unseren Reihen begrüßt werden. Doch auch die politisch unruhige Zeit der Besetzung des Rheinlandes warf ihre Schatten auf die Binger Studenten.
Im Jahre 1921 dann änderte man den Namen unseres Bundes von Concordia in Markomannia Auch die als Besatzer gekommenen Franzosen waren nicht bei Jedermann beliebt, da diese 1922 ein Couleurverbot für Studenten verhängten. 1923 gar wurde der Belagerungszustand über Bingen verhängt und man konnte sich nur noch im Geheimen treffen. Durch die unruhige wirtschaftliche und politische Situation zu Beginn der dreißiger Jahre kam es auch innerhalb der Burschenschaft zu einer Stagnation, die schließlich in die Auflösung des Bundes 1935 mündete. 1949 wurde die Aktivitas in Bingen reanimiert und schon bald entwickelte sich wieder ein reges Verbindungsleben. 1959 konnten wir dann unser, unter der Ägide von AH Faulstroh, errichtetes Haus beziehen, das uns auch heute noch Heimat des Bundes ist.
Auch eine Aktivitas in Frankfurt wurde gegründet, die aber später, bedingt durch die Schließung der dortigen Hochschule, wieder aufgegeben werden mußte. Allerdings gibt es auch heute bei uns noch viele Alte Herren, die in Frankfurt studierten. Heute ist die Markomannia eine angesehen Verbindung im Städtchen Bingen, hat aber, bedingt durch den Rückgang der Studentenzahlen, mit Mitgliederschwund zu kämpfen.
Hoffen wir, daß es uns aber auch in Zukunft gelingt die Grün-Gold-Schwarze Fahne wehen zu lassen!